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SEO

In der Welt der Suchmaschinenoptimierung (SEO) hat sich in den vergangenen Jahren vieles grundlegend verändert. Während der Fokus früher auf technischen Faktoren wie Ladezeiten, Meta-Tags oder einer exakten Keyword-Dichte lag, steht heute die Qualität der Inhalte im Mittelpunkt. Hier kommt E-E-A-T ins Spiel – das wichtigste Qualitätsmerkmal für Google. Die Abkürzung steht für Experience (Erfahrung), Expertise (Fachkenntnis), Authoritativeness (Autorität) und Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit).

Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich bei E-E-A-T nicht um einen einfachen Rankingfaktor handelt, der mit einem Tool „gemessen“ werden kann. Vielmehr handelt es sich um einen ganzheitlichen Bewertungsrahmen, der von Google genutzt wird, um die Relevanz und Sicherheit von Informationen für den Nutzer zu gewährleisten. Insbesondere seit dem Google Search Quality Update im Dezember 2022, bei dem das zusätzliche „E“ für Experience eingeführt wurde, bildet dieses Konzept die wichtigste Basis für Vertrauen im Internet.

 

Die Entwicklung: Von E-A-T zu E-E-A-T

Ursprünglich wurde das Konzept als E-A-T in den „Search Quality Rater Guidelines“ von Google eingeführt. Diese Richtlinien dienen Testern (Quality Rater) als Handbuch, um die Ergebnisse der Google-Algorithmen manuell zu bewerten. Einen entscheidenden Wendepunkt stellt das sogenannte „Medic Update“ im Jahr 2018, mit dem besonders Webseiten aus dem Gesundheits- und Finanzsektor zu kämpfen hatten. Damit  signalisierte Google deutlich: Wer über sensible Themen schreibt, muss nachweisen, dass er ein Experte ist.

Im Dezember 2022 wurde E-A-T um die Komponente Experience erweitert. Google erkannte, dass Fachwissen (Expertise) allein manchmal nicht ausreicht. Nutzer suchen häufig nach Erfahrungsberichten von Menschen, die eine Situation tatsächlich erlebt haben – sei es die Anwendung eines Produkts, der Besuch eines Ortes oder der Umgang mit einer spezifischen Lebenssituation. Dadurch wurde E-A-T zu  E-E-A-T.

Die vier Säulen von E-E-A-T

Um die Auswirkungen von E-E-A-T auf die Sichtbarkeit zu verstehen, müssen die vier Komponenten sowohl einzeln als auch im Zusammenspiel betrachtet werden.

1. Experience (Erfahrung)

Erfahrung bezieht sich darauf, ob der Ersteller eines Inhalt tatsächlich über praktische Erfahrung in dem Themengebiet verfügt. In einer Zeit, in der man mit KI ganz einfach Texte zu Themen generieren kann, ohne sich jemals damit beschäftigt zu haben, ist dieser Faktor ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal.

Beispiel: Ein Testbericht zu einer neuen Spiegelreflexkamera ist dann wertvoll, wenn der Autor eigene Fotos zeigt, die Handhabung im Regen beschreibt und subjektive Eindrücke zur Haptik schildert. Ein rein technisches Datenblatt erfüllt das Kriterium „Experience“ hingegen nicht.

2. Expertise (Fachkenntnis)

Bei Expertise geht es um die Qualifikation des Autors. Während Erfahrungen „alltäglich“ gesammelt werden können, erfordert Expertise ein gewisses Bildungsniveau, eine Ausbildung oder eine offizielle Anerkennung. Expertise ist besonders in spezialisierten Bereichen relevant.

Beispiel: Ein Artikel über die steuerlichen Auswirkungen von Kryptowährungen sollte von einem Steuerberater oder einem spezialisierten Finanzjuristen verfasst sein. Hierzu sollte Wissen nachgewiesen werden, das über einfache Grundkenntnisse hinausgeht.

3. Authoritativeness (Autorität)

Autorität bezieht sich auf den Ruf des Erstellers oder der einer Webseite, die als Informationsquelle dient. Dabei geht es um die Frage: „Ist diese Quelle die beste Anlaufstelle für dieses Thema?“ Autorität wird über Jahre aufgebaut und wird zum Beispiel durch Erwähnungen anderer Experten, Backlinks von seriösen Quellen sowie die allgemeine Markenbekanntheit innerhalb einer Branche gesteigert.

Beispiel: Veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI) Informationen zu einer Infektionskrankheit, so handelt es sich dabei um eine Quelle mit der höchstmöglichen Autorität.

4. Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit)

Die Vertrauenswürdigkeit ist die wichtigste Komponente von E-E-A-T.  Es kann sich bei einem Autor um einen anerkannten Experten handeln, doch wenn die Webseite nicht sicher ist, kein Impressum besitzt oder aufdringliche Werbung enthält, wirkt sich dies negativ auf die Objektivität aus, wodurch die Vertrauenswürdigkeit sinkt. Trust umfasst neben technischen Aspekten (HTTPS) auch die rechtliche Transparenz sowie die faktische Korrektheit von Inhalten.

Beispiel: Ein Finanzberater schreibt einen fachlich exzellenten Artikel zum Thema Altersvorsorge. Wenn die Website allerdings kein SSL-Zertifikat (HTTPS) nutzt, das Impressum fehlt und der Text von blinkenden Werbebannern für dubiose Gewinnspiele umgeben ist, wird Google die Seite dafür abwerten. Somit wird die fachliche Expertise durch die mangelnde Seriosität wertlos.

Die Besonderheit von YMYL Inhalten

 E-E-A-T gewichtet nicht alle Suchanfragen gleich. Bei der Suche nach „lustigen Katzenvideos“ spielt Expertise zum Beispiel eine untergeordnete Rolle. Doch es gibt einen Bereich, in dem Google keine Kompromisse eingeht: YMYL (Your Money or Your Life).

Sogenannte YMYL-Seiten behandeln Themen, die direkten Einfluss auf die Gesundheit, finanzielle Stabilität, Sicherheit oder das Wohlbefinden haben können. Dazu gehören:

  • Medizin & Gesundheit: Ratschläge zu Krankheiten, Medikamenten oder Ernährung.

  • Finanzen: Investitionen, Versicherungen, Steuern oder Altersvorsorge.

  • Recht & Regierung: Juristische Ratschläge, Informationen zu Wahlen oder staatlichen Leistungen.

  • Nachrichten & Zeitgeschehen: Berichterstattung über internationale Ereignisse oder gesellschaftlich relevante Themen.

Die E-E-A-T-Anforderungen für derartige Seiten sind äußerst hoch. Ein Mangel an Autorität oder Vertrauen führt hier zwangsläufig zum Verlust der Sichtbarkeit, da Google das Risiko reduzieren möchte, dass Nutzer durch falsche Informationen zu Schaden kommen.

So beeinflusst E-E-A-T die Sichtbarkeit bei Google

Wenngleich es sich bei E-E-A-T nicht um einen klassischen „Score“ handelt, wird die Sichtbarkeit auf unterschiedliche Weise indirekt beeinflusst:

Bewertung durch Quality Rater

Google beschäftigt tausende von Prüfern, welche die Suchergebnisse bewerten. Deren Feedback fließt direkt in die Weiterentwicklung der Algorithmen mit ein. Sofern die Top-Ergebnisse nicht den E-E-A-T-Kriterien entsprechen, wird der Algorithmus so angepasst, dass vertrauenswürdigere Quellen bevorzugt werden.

Verknüpfung mit dem hilfreichen Content-System (Helpful Content)

Googles Algorithmen sind darauf trainiert, Inhalte zu identifizieren, die „von Menschen für Menschen“ erstellt wurden. E-E-A-T-Signale wie Autoren-Biografien und Quellenangaben helfen den Algorithmen zu erkennen, ob Texte von einem Menschen oder einer KI erstellt wurden.

Backlinks und Expertenzitate

Eine hohe Autorität (Authoritativeness) führt zu mehr Backlinks. Zitieren Experten eine Seite, wird dies von Google als Empfehlung gewertet. Solche Verlinkungen sind einer der stärksten Rankingfaktoren überhaupt. E-E-A-T schafft somit das notwendige Vertrauen, um organisch Backlinks zu gewinnen.

Strategien zur Optimierung für E-E-A-T

Die Optimierung für E-E-A-T erfordert eine Herangehensweise, die weit über die Keyword-Optimierung hinausgeht. Ich habe im Folgenden einige Strategien zusammengefasst, mit denen eine Webseite gezielt für E-E-A-T optimiert werden kann:

Aufbau eines detaillierten Autoren-Profils

Anonym erstellte Texte sind ein Warnsignal für Google. Jeder Artikel sollte von einem realen Autor zugeordnet werden können.

Maßnahme: Autoren-Boxen zu jedem Beitrag. Diese sollten die Qualifikation (Studium, Berufserfahrung), Links zu LinkedIn oder anderen sozialen Profilen sowie diverse Veröffentlichungen enthalten. Eine eigene Autoren-Seite („Über den Autor“) kann dazu beitragen, die Expertise deutlich zu stärken.

Maximale Transparenz

Es muss für Nutzer sofort ersichtlich sein, von wem Information bereitgestellt werden.

Maßnahme: Webseiten sollten ein rechtlich einwandfreies Impressum, eine leicht auffindbare Kontaktseite sowie eine ausführliche „Über uns/Über mich“-Seite enthalten. Dort sollten der Sinn und Zweck der Webpräsenz dargestellt und Informationen in Bezug auf die den fachlichen Hinterergrund transparent kommuniziert werden.

Quellenangaben und Faktencheck

Behauptungen ohne nachhaltige Belege werden von Google als unglaubwürdig eingestuft.

Maßnahme: Verlinkung auf vertrauensvolle Quellen wie wissenschaftliche Studien, offizielle Dokumente oder anerkannte Fachpublikationen. Zitate von Experten sollten klar gekennzeichnet werden. Durch regelmäßige Faktenchecks und Anpassungen kann sichergestellt werden, dass Informationen langfristig relevant bleiben.

Autorität abseits der eigenen Seite

Google schaut über den Tellerrand der eigenen Suchmaschine hinaus und bewertet auch die Meinungen anderer über eine Webseite, eine Marke oder einen Autor.

Maßnahme: Veröffentlichung von Gastbeiträgen auf renommierten Fachportalen, Teilnahme an Branchen-Events und Sammeln echter Kundenbewertungen (z. B. auf Google Business oder Trustpilot). Positive Erwähnungen ohne Verlinkungen(Brand Mentions) werden von Google ebenfalls als Autoritätssignal gewertet.

Sicherheit und Nutzererfahrung

Mangelnde Sicherheit wirkt sich immer auch negativ auf die Inhalte einer Webseite aus. Denn sofern Zweifel bezüglich der Seriosität einer Webpräsenz bestehen, wird diese in der Regel deutlich seltener besucht.

Maßnahme: Gewährleistung einer sicheren Verbindung über HTTPS. Vermeidung von aufdringlicher/störender Werbung, welche relevante Inhalte  verdeckt (Interstitials). Zudem haben auch die Gestaltung sowie die Nutzererfahrung einen Einfluss darauf, wie seriös eine Webseite wahrgenommen wird.

E-E-A-T in Zeiten von KI-Content

Durch die zunehmende Verbreitung generativer KI-Assistenten (wie ChatGPT) steht Google vor einer Herausforderung: Die Flut an „perfekt“ geschriebenen, aber oftmals auch oberflächlicher Inhalte inklusive gelegentlicher Halluzinationen nimmt stetig zu.

Davor soll E-E-A-T schützen. KI-Assistenten sind zwar dazu in der Lage Informationen zusammenfassen, aber sie können nicht auf echte Erfahrungen (Experience) verweisen und besitzen auch keine Reputation (Authoritativeness). Aus strategischer Sicht bedeutet das: Wer KI-Assistenten nutzt, muss den eigenen Inhalten eine menschliche Note verleihen. Das Hinzufügen persönlicher Fallstudien, eigener Meinung sowie die Prüfung durch einen verifizierten Experten (Expert Review) ist im Jahr 2026 unerlässlich, um nicht in der Masse unterzugehen.

E-E-A-T Checkliste für Webseitenbetreiber

  • Experience: Zeigt der Inhalt, dass der Autor sich wirklich mit dem Thema beschäftigt hat? Gibt es eigene Fotos, Videos oder individuelle Fallbeispiele?

  • Expertise: Sind die fachlichen Qualifikationen des Autors klar zu erkennen? Passt die Expertise des Autors zu dem Thema der Webseite?

  • Authoritativeness: Werden Inhalte auf der Webseite von Branchengrößen zitiert? Existieren positive Erwähnungen in den Medien oder sozialen Netzwerken?

  • Trustworthiness: Ist die Sicherheit der Seite gewährleistet? Sind alle Fakten belegt? Gibt es Kontaktmöglichkeiten und werden der/die Betreiber transparent vorgestellt?

 

Fazit:

E-E-A-T markiert das Ende einer Ära, in der die Google-Suche noch mit simplen technischen Kniffen „ausgetrickst“ werden konnte. Heute geht es vielmehr darum, eine Marke zu erschaffen, der die Nutzer vertrauen. Wer heute in den Google-Suchergebniss ganz oben stehen will, muss zeigen, dass er über die nötige Expertise verfügt  und gleichzeitig möglichst transparent ist.

Sich der Status als Experte zu erarbeiten, kostet zwar Zeit und Mühe, ist aber eine der größten Chancen für Webseiten-Betreiber. In einer Zeit, in der das Internet von  KI-Texten und oberflächlichen Inhalten überschwemmt wird, können diese sich durch eigene Erfahrung und Fachwissen von der Masse abheben. Wer die Sprache seiner Zielgruppe spricht, sein Wissen belegt und transparent arbeitet, kann am Ende gleich doppelt profitieren: sowohl bei den Google-Suchergebnissen als auch bei der eigenen Kundschaft.

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Wenn Sie jemanden suchen, der Ihre Texte nicht nur mit Keywords füllt, sondern diese durch praktische Erfahrungen, eine individuelle Strategie und das nötige Fachwissen von der Masse abhebt, dann würde ich mich freuen, wenn Sie mich kontaktieren würden. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Ihre Website häufiger gefunden wird und steigern zudem auch das Vertrauen Ihrer Zielgruppe.

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